P.R. Keil

Keils Malerei, seine künstlerische Arbeit überhaupt,
ist bestimmt von Spontaneität, Unmittelbarkeit,
sinnlichem Ausdruck und großer Liebe zur Farbe.
Auffallend viele Köpfe und Körper greifen alle
Nuancen menschlicher Befindlichkeiten auf.
Das Leben in allen Facetten erfassen und ausdrücken,
dies ist es, wofür Keils künstlerisches Werk steht.

Peter Robert Keil gehört zur Generation der sogenannten ‚jungen Wilden‘, eine Gruppe junge Künstler, die in den 80er Jahren aufbrachen, um gegen die Intellektualisierung der Kunst in Folge von Minimal und Concept Art zu rebellieren. Den Zwängen des Intellekts setzten sie eine intuitive, eruptive, reine Malerei entgegen, deren Themen sich häufig eher sozialen Milieuschilderungen widmen, die eintauchen in die Berliner Subkultur der Zeit, die Punkszene, die Hippiebewegung. Alle Themen werden mit großer Intensität und emphatisch-expressiver Farbigkeit in locker-spontanem Pinselstrich umgesetzt. Die Malerei der ‚jungen Wilden‘ polarisiert, damals wie heute, wegen ihrer Impulsivität, dem Hang zur großen Geste, der Unbekümmertheit, der scheinbar trivialen Themen. Genau so ist es mit dem Werk von P. R. Keil – er ist ganz Kind seiner Zeit und sich hierin bis heute treu geblieben: Emotionale Unmittelbarkeit, Spontaneität und die oftmals beinahe obsessive Transformation eigener Gemütsverfassungen in direkten künstlerischen Ausdruck begründen eine subjektive Gegenständlichkeit und sind charakteristisch für die Arbeit von P. R. Keil. Es ist die Arbeit eines Besessenen, Getriebenen, der in den letzten Jahren tausende von Gemälden und Objekten schuf, die naturgemäß nicht alle von gleicher Qualität sein können, die aber nahezu immer Einblick gestatten, in die persönliche Gestimmtheit und Situation ihres Schöpfers.
Mit P. R. Keil gilt es also einen ‚jungen Wilden‘ (wieder) zu entdecken, der bisher noch nicht so stark im Fokus des Kunstmarkts stand, wie andere Vertreter seiner Generation. Das liegt wohl auch daran, dass es Keil bisher versäumte, sich fest an einen Galeristen oder Händler zu binden und sich stattdessen weitgehend selbst zu vermarkten suchte.